Wer sich auf eine Lesung mit Eberhard Görner einlässt, weiß, was ihn erwartet. „Seine Leidenschaft und seine Erzählkraft beeindrucken immer wieder aufs Neue“, sagt Lutz Holländer vom Vorstand der Kirchgemeinde Niederwürschnitz – und wurde auch am 6. Juni 2026 in der St. Johanneskirche Niederwürschnitz nicht enttäuscht. Rund 80 Zuhörerinnen und Zuhörer folgten der Einladung des Schriftstellers und Filmemachers in seine Taufkirche, um ihn bei der Präsentation seines neuen Buches „August der Starke – eine Reise der Liebe durch Europa“ zu erleben.
Görner, der 1944 in Niederwürschnitz geboren wurde, hat in der Region eine treue Fangemeinde. „Eine Veranstaltung mit Eberhard Görner ist immer etwas Besonderes, da er ein inniges Verhältnis zu seiner Taufkirche pflegt und all das auch zum Ausdruck bringt“, so Holländer. Die ausgewählten Sequenzen aus dem Buch gaben einen lebendigen Eindruck von den Stationen des jungen Friedrich August, der auf Befehl seines Vaters Kurfürst Johann Georg III. auf Kavalierstour geschickt wurde – einer Reise durch Frankreich, Portugal, Spanien, Italien und Österreich, auf der er sich in Sprachen, Wissenschaft, Kunst und Diplomatie weiterentwickeln sollte. Wer hingegen auf die im Buch enthaltenen erotischen Passagen gehofft hatte, wurde vom Autor charmant auf den Kauf verwiesen – was offensichtlich Früchte trug: „Ich glaube, alle mitgebrachten Bücher wurden erfolgreich verkauft und signiert“, berichtet Holländer schmunzelnd.
Besonders bereichert wurde der Abend durch die musikalische Begleitung von Susanne Ehrhardt, Blockflötistin aus Berlin und Lehrende an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“. „Was mich besonders beeindruckt hat, war natürlich die musikalische Untermalung zwischen den Leseabschnitten“, sagt Holländer. Als international gefragte Solistin – Ehrhardt konzertierte bereits in Sälen von Tokio bis New York – spielte sie Musikstücke, die jeweils den Ländern entsprachen, durch die Augusts Reise führte, und zwar, so Holländer, „in einer exzellenten Vortragsweise“. Diese Verbindung von Literatur und Musik verlieh dem Abend eine ganz besondere Tiefe.
Holländers Fazit fällt denn auch eindeutig aus: „Ich hoffe, dass Herr Görner seine musikalische Lesereihe weiter erfolgreich fortsetzt.“