– Eine besondere Verbindung zu unserem Verlag

Am 23. Juni hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer in der Albrechtsburg Meißen den Verdienstorden des Freistaates Sachsen an 13 Persönlichkeiten vergeben. Unter den Geehrten: Hartmut Schnorr von Carolsfeld (86) aus Köln, der sich über Jahrzehnte für die kulturelle Entwicklung der Region Carlsfeld im Erzgebirge eingesetzt hat – als Förderer von Denkmälern, Vereinen und regionalgeschichtlichen Publikationen.

Für unseren Autor Eberhard Görner hat diese Ehrung eine ganz besondere Bedeutung. In einem offenen Brief an den Geehrten schildert er, wie eine jahrelange Freundschaft und gemeinsame Leidenschaft für die sächsische Geschichte hinter seinem bei der edition claus erschienenem Buch „Die erste Managerin des Erzgebirges“ steht.

Die beiden Männer begegneten sich erstmals um 2007 in der Region um Aue. Görner war damals gebeten worden, die Herausgabe eines Buches über Veit Hans Schnorr von Carolsfeld (1644–1715) zu übernehmen – jenen Vorfahren des heute Geehrten, der das Kaolin fand, das zur Grundlage des Meißner Porzellans wurde. In diesem Zusammenhang stieß Görner auf einen kurzen, nur zweiseitigen Textbeitrag des Geologieingenieurs Bernd Lahl über Rosina Schnorr, eine Unternehmerin im Erzgebirge des 17. Jahrhunderts. Dieser Funke, wie Görner schreibt, ließ ihn nicht mehr los. Hartmut Schnorr von Carolsfeld ermutigte ihn, aus diesem Stoff einen Roman zu machen, und schrieb das Nachwort zu Görners erstem Buch, „Weißes Gold im Erzgebirge“, das 2010 erschien.

Das zweite Buch ließ nicht lange auf sich warten. Bei der Feier zu Hartmut Schnorr von Carolsfelds 80. Geburtstag im Jahr 2019 – der in Moskau stattfand, wo im Büro seiner Kölner Firma ein erzgebirgisches Porträt von Rosina Schnorr hing – las Görner erstmals aus dem Manuskript. Das Buch erschien zunächst 2020 unter dem Titel „Das Leben der Rosina Schnorr 1618–1679“, bereits im selben Jahr in zweiter Auflage, und wurde von der edition claus mit dem neuen Titel „Die erste Managerin des Erzgebirges“ neu aufgelegt. Auf der Frankfurter Buchmesse 2024 war es erneut erfolgreich vertreten.

Ministerpräsident Michael  Kretschmer würdigte bei der Festveranstaltung das Wirken aller Geehrten mit den Worten, sie gehörten zu den Menschen, die nicht darauf warteten, dass andere ein Problem lösten, sondern die einfach selbst anpackten. Für Hartmut Schnorr von Carolsfeld gilt das im Besonderen: Über Jahrzehnte setzte er sich für die kulturelle Entwicklung der Region Carlsfeld im Erzgebirge ein – als Förderer bedeutender Denkmäler wie der Trinitatiskirche Carlsfeld und der Hammerherrenhäuser in Carlsfeld und Aue, als Unterstützer lokaler Vereine und Museen, als Förderer akademischen Nachwuchses in Schneeberg und als Finanzier regionalgeschichtlicher Publikationen. Getragen wurde dieses Engagement von einer tiefen persönlichen Verwurzelung: Die Familie Schnorr von Carolsfeld ist seit 500 Jahren in Sachsen zu Hause, zunächst in der Montanwirtschaft, später im 19. Jahrhundert in Kunst und Wissenschaft.

Den Ort der Ehrung, die Albrechtsburg Meißen, wählte das Schicksal nicht zufällig: Dort begann 1711 die Meißner Manufaktur mit der Porzellanherstellung – und Kaolin sowie Kobaltblau aus den Gruben der Schnorrs bei Aue waren dabei, wie Hartmut Schnorr von Carolsfeld selbst formulierte, unverzichtbar. Das erste europäische Porzellan wurde für August den Starken und Sachsen eine Erfolgsgeschichte.

Dass Eberhard Görner dem Meißner Porzellan und seiner Geschichte so nah ist, zeigt sich auch in einem weiteren Buch, das in unserem Verlag erschienen ist: August der Starke –Eine Reise der Liebe durch Europa“ – jener Kurfürst, der einst die Manufaktur in der Albrechtsburg ins Leben rief und das erste europäische Porzellan zur sächsischen Erfolgsgeschichte machte. So schließt sich ein bemerkenswerter Kreis: Görner erzählt von den Menschen, die Sachsens Geschichte prägten – vom Kaolin-Finder Veit Hans Schnorr von Carolsfeld über die Unternehmerin Rosina Schnorr bis hin zu jenem Kurfürsten, der aus dem weißen Gold eine Legende schuf.

„Wir gratulieren Hartmut Schnorr von Carolsfeld von Herzen zu dieser hohen Auszeichnung – und freuen uns, dass unsere Bücher ein Stück dieser bemerkenswerten Geschichte erzählen dürfen“, sagt Verleger Christian Wobst.